Warum Wohnwerk Ja sagt
Die Abstimmungsunterlagen sind verschickt: Am 14. Juni entscheidet die Stadt Luzern über die Einführung eines Vorkaufsrechts sowie über die Umsetzung einer aktiven Bodenpolitik. Beide Vorlagen sollen der Stadt mehr Handlungsspielraum geben, um langfristig zahlbaren Wohnraum zu sichern. Wohnwerk unterstützt beide Vorlagen.
Als Genossenschaft entwickeln wir Wohn- und Gewerberäume langfristig. Unsere Wohn- und Gewerberäume dienen nicht der Renditemaximierung, sondern sollen dauerhaft bezahlbar bleiben. Dafür braucht es Boden – und dieser wird in Städten wie Luzern immer knapper und teurer. Wenn Grundstücke ausschliesslich dem freien Markt überlassen werden, setzen sich meist jene Akteure durch, die am meisten bezahlen können. Die Folge: Boden wird teurer und langfristig gerät bezahlbarer Wohnraum unter Druck. Eine aktive Bodenpolitik ermöglicht der öffentlichen Hand, strategisch Boden zu sichern und langfristig für gemeinnützige oder soziale Nutzungen verfügbar zu machen.
Vorkaufsrecht schafft Handlungsspielraum
Das vorgeschlagene Vorkaufsrecht bedeutet nicht, dass die Stadt beliebig Grundstücke übernehmen kann. Es schafft aber die Möglichkeit, in bestimmten Situationen zu handeln, wenn zentrale Grundstücke verkauft werden und öffentliche Interessen betroffen sind.
Gerade in dicht bebauten Städten ist Bodenpolitik eines der wichtigsten Instrumente der Stadtentwicklung. Wer Boden besitzt oder sichern kann, beeinflusst mit, wie sich Quartiere entwickeln, welche Nutzungen möglich sind und ob Raum für gemeinnützigen Wohnungsbau, Gewerbe oder soziale Infrastruktur erhalten bleibt.
Für gemeinnützige Bauträger ist das zentral: Viele Genossenschaften können bei Bieterverfahren finanziell kaum mithalten. Wenn die Stadt Grundstücke selbst erwerben kann, erhält sie mehr Handlungsspielraum, diese gezielt an gemeinnützige Trägerschaften weiterzugeben – etwa im Baurecht und mit langfristigen Vorgaben für bezahlbaren Wohnraum. So entstehen neue Möglichkeiten für dauerhaft günstige Wohnungen und vielfältige Quartiere.
Im Zusammenhang mit den Vorlagen sind auch weitere wohnpolitische Instrumente vorgesehen – etwa im Bereich der Stiftung «Wohnraum für alle», bei der Vergabe von Darlehen an gemeinnützige Wohnbauträger sowie beim Umgang mit stadteigenen Wohnungen. Für Wohnwerk ist dabei zentral, dass diese Instrumente konsequent auf gemeinnützige Ziele ausgerichtet sind und die Zusammenarbeit im Wohnungsbau stärken.
Gemeinnütziger Wohnungsbau braucht Perspektiven
Genossenschaften funktionieren anders als klassische Immobilieninvestoren und schöpfen keine Gewinne ab. So entstehen Räume, die auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Damit dieses Modell funktioniert, braucht es Planbarkeit und Zugang zu Boden. Genau deshalb sind Instrumente wie eine aktive Bodenpolitik oder ein Vorkaufsrecht aus unserer Sicht wichtig.
Die Frage, wem Boden gehört und wie er genutzt wird, prägt eine Stadt langfristig. Es geht nicht nur um Gebäude, sondern auch darum, wer künftig noch in Luzern wohnen, arbeiten und leben kann. Als Genossenschaft erleben wir täglich, wie wichtig stabile Nachbarschaften, gemeinschaftliche Wohnformen und langfristig bezahlbare Räume für eine lebendige Stadt sind. Die beiden Vorlagen schaffen aus unserer Sicht wichtige Grundlagen dafür, dass solche Modelle auch künftig möglich bleiben.
Darum sagt Wohnwerk am 14. Juni Ja zu einer aktiven Bodenpolitik und Ja zum Vorkaufsrecht der Stadt Luzern.