Ein neuer Stadtteil entsteht

Gemeinsam Stadt gestalten

Urban, gemeinschaftlich, solidarisch, nachhaltig: das ist die neue Siedlung an der Industriestrasse mitten in Luzern. Hier entsteht eine Nachbarschaft, in der 500 Mieter*innen gerne leben und arbeiten. Überall ist es grün, Menschen jeden Alters treffen sich in Laubengängen, beim Bioladen, in der Quartierbeiz oder in der Werkstatt. Man teilt untereinander, was man nicht täglich braucht.

Das gemeinschaftliche Zusammenleben bildet den Kern der neuen Siedlung. So gibt es im Quartier freie Räume und Flächen, die die Bewohner*innen gemeinsam gestalten und nutzen können. Auf der Dachterrasse kann man zusammen laue Sommerabende ausklingen lassen, in der Werkstatt das Velo wieder instand stellen.
So frei, dynamisch und kreativ das Quartier selbst gestaltet werden kann, so individuell lassen sich auch die Wohnungen durch flexible Räume anpassen. Es können je nach Bedarf sogenannte Joker-Zimmer dazugemietet oder wieder abgegeben werden. Dies kann ein Raum fürs Homeoffice sein, den man gemeinsam mit dem Nachbarn nutzt, oder ein Mansardenzimmer, das als Erweiterung dient. Zen-tral bei den Wohnungen ist, dass sie für Singles, Familien, Pensionär*innen, Studierende und Lernende bezahlbar sein sollen. Insgesamt realisiert Wohnwerk Luzern an der Industriestrasse drei Gebäude, in denen ein breiter Mix aus Gewerbe- und Wohnräumen geschaffen wird.

Hinter dem Grossprojekt steht die Kooperation Industriestrasse Luzern (KIL), die sich aus fünf etablierten und jüngeren innovativen Luzerner Baugenossenschaften zusammengeschlossen hat. Es sind dies die Baugenossenschaft Wohnwerk Luzern, die allgemeine baugenossenschaft luzern abl, die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Industriestrasse Luzern GWI, die Liberale Baugenossenschaft Sternmatt-Tribschen Luzern LBG sowie WOGENO Luzern.

Sie alle wollen mit der Kooperation Industriestrasse Luzern ein Zeichen setzen, dass die Zukunft der Wohnbausiedlungen nicht nur solidarisch, sondern auch ökologisch und sozial nachhaltig ist. Deshalb steht die Reduzierung des Energieverbrauchs ebenso im Fokus wie der Langsamverkehr. Im Quartier herrscht Schritttempo, das wichtigste Fortbewegungsmittel sollen Velos sein, für die es zahlreiche Abstellplätze gibt.

An der Industriestrasse wird in den kommenden Jahren eine neuer Stadtteil entstehen, der über die Stadtgrenzen hinaus Pioniercharakter haben soll. Wer in dieses Quartier einzieht, der kann sich auf eines verlassen: Hier stehen eine hohe Lebensqualität der Menschen und die Solidarität der Gemeinschaft im Zentrum.

Das Projekt "mon oncle"

Die Industriestrasse hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Wie der Name vermuten lässt, war das Areal in der Vergangenheit ein wichtiger Standort für unterschiedliche Firmen der Industrie in der Stadt Luzern. Dies soll auch beim neuen Quartier spürbar sein. Ganz nach dem Motto: «nichts zerstören, wenn es nicht notwendig ist». So ist es das Ziel des Projekts «mon oncle», die Geschichte des Ortes in eine gemeinschaftliche und nachbarschaftliche Siedlung zu verweben.

Deshalb werden bei dieser Transformation der historischen und gewerblichen Bauten viele bestehende Elemente übernommen. Die vielfältigen, teilweise wertvollen Gebäude, Aussenräume und Bäume prägen bereits heute das Quartier. Sie bilden das «Gedächtnis des Ortes», das auch in der neuen Nachbarschaft präsent sein soll.

Eine zentrale Rolle spielen die sogenannten «Möglichkeitsräume». Das sind Orte, die Bewohner*innen frei gestalten und bespielen. Dazu gehören ganze Häuser, Erdgeschossflächen, Anbauten, Gewächshäuser, Spielhäuser, Gemeinschaftsräume oder schlicht leere Fläche.

Lage und Grundstück

Das Industriestrassen-Areal befindet sich mitten in der Stadt Luzern, nahe beim Bahnhof und dem See. Es liegt im südlichen Tribschen-Langensand-Quartier am Fusse des Geissensteins und grenzt an die Quartiere Hirschmatt-Neustadt und Sternmatt an. Das stadtzentrale Areal liegt nahe bei den südlichen Hügelrippen des Geissensteins und der Wartegg. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Areale der ewl, Steghof und Rösslimatt.

Das Areal wird umfasst von den Quartierstrassen Geissensteinring, Unterlachen-, Keller- und Industriestrasse. Innerhalb dieses Strassennetzes befinden sich entlang der Unterlachen- und der Kellerstrasse private Grundstücke mit älteren Mehrfamilienhäusern und einem Haus mit Alterswohnungen der Luzerner Pensionskasse. Diese Grundstücke und Häuser sind nicht im Besitz der Kooperation, werden bei der Arealentwicklung jedoch mitberücksichtigt.

Etappierung

Der Bau des neuen Industriestrassen-Quartiers erfolgt in zwei Etappen. In der ersten Etappe werden das Käselager und der Rossstall behutsam saniert und die ersten Neubauten erstellt. Es wird so viel wie möglich von den vorhandenen Gebäuden weiterverwendet. Das Getränkelager, die Porzellanmanufaktur sowie die Gebäude entlang des Geissensteinrings werden weiterhin als kostengünstige Lebens- und Arbeitsräume genutzt.

In der zweiten Etappe bieten die neu erstellten und sanierten Gebäude Raum für die Bewohnenden und Nutzenden jener Bauten, die, ausser dem Getränkehandel (Gebäude 10, Wohnwerk Luzern), alle abgerissen werden müssen. Nach Abschluss der zweiten Etappe können auch die übrigen Wohn-, Arbeits- und Möglichkeitsräume vermietet und bezogen werden.